Interview mit dem Fotografen Pascal Kerouche

Zufälle sind aus meiner Sicht dazu da, dass man sie nützt. Und genauso ist es mit diesem Interview mit Pascal Kerouche aus Hamburg passiert. Zufällig habe ich einige seiner exzellenten Bilder von Konzertauftritten in Hamburg gesehen und da habe ich seine Website angeschaut. Und viel mehr entdeckt als ich glaubte!

Die Fotografie und auch viele Zufälle haben es Pascal ermöglicht mit Weltstars wie Snoopy Doogy Dogg aka Snoop Lion, Kanye West

Snoop Doggy Dogg Snoop Doggy Dogg

Hi Pascal. Schön, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Fangen wir mal mit dem Wichtigsten an: Wer bist Du und was machst Du neben Deiner wunderbaren Fotografie?

Moin! Ich bin Pascal Kerouche, lebe in Hamburg, und neben meiner Fotografie mach ich eigentlich nicht viel außer, daß ich mich mit meinem Sohn beschäftige und Playstation spiele. Alles andere finde ich langweilig.

Wie bist Du überhaupt zur Fotografie gekommen und mit welcher Kamera hast Du angefangen?

Eigentlich wollte ich nie Fotograf werden, bzw. das stimmt nicht ganz, sagen wir ich habe nie nachgedacht über die Option Fotograf zu werden. Ich bin schon in jungen Jahren mit einer point and shoot Kamera auf Konzerten rumgelaufen und hab Analog Leute wie Michael Jackson, Nas oder Xzibit abgelichtet. Das war aber alles nur aus Spaß und hatte keinerlei Wert oder Bedeutung für mich. So richtig in die Fotografie gerutscht bin ich, als ich in New York war. Da bin ich eigentlich hingegangen um eine Doku über den Underground Hip Hop in New York zu drehen und das alltägliche Leben des MCs einzufangen. In der Zeit habe ich sehr viel gefilmt und ein wenig fotografiert. Irgendwann drehte sich der Fokus und ich hab sehr viel fotografiert und wenig gefilmt. Das war dann der Moment.

Damals hatte ich eine Canon 30D dabei, die mir ein Freund aus seinem Japan Urlaub mitgebracht hat.

Chuwee Chuwee

Dein Portfolio und gerade die Menschen, die Du bereits vor Deiner Kamera hattest, ist sehr beeindruckend. Wie ist z.B. die Verbindung zu Snoop Lion (aka Snoop Doggy Dogg) entstanden und wie ist es mit einen so bekannten Persönlichkeit zu arbeiten?

Vieles ist aus Zufall entstanden und aus dem Glück zur richtigen Zeit am richtigem Ort zu sein. Mit Dogg kam es zum Beispiel so, dass ich mich auf eine Lil Kim Party geschlichen hab. Er war auch da, ich bin dann einfach so mitgelaufen ohne viel nachzudenken. Irgendwann landest du dann auf ner Party in Doggs Hotelzimmer. Als ich dann abhauen wollte, musste ich ihm erst alle Fotos von dem Abend zeigen. Wir freundeten uns an und irgendwann hab ich dann mit ihm gelebt für eine Weile.

So war das immer. Ich hab Jobs bekommen, weil ich zu häufig im Strip Club war, weil ich ausversehen mit dem falschen Fahrstuhl gefahren bin oder weil ich aufs falsche Konzert gegangen bin. Wie bei Kanye West. Ich war in Vegas, Kanye und 50 Cent hatten beide ein Konzert, im gleichem Hotel aber in unterschiedlichen Clubs. Ich wollte die 50 Cent Show sehen und war zwar im richtigem Hotel aber im falschen Club. Kanye fand es ganz witzig und dann hab ich Kanyes Show für die MTV VMAs dokumentiert.

Wie es mit den Leuten ist zu arbeiten ist eine schwierige Frage, weil ich oft diesen Moment des Nachdenkens und Vorbereitens nicht hatte. Wenn wir bei den Beispielen Snoop bleiben, er war einfach da auf dieser Party, ich hab einfach mitgemacht und den Moment genutzt. Da geht es dann darum zu funktionieren. Es gab selten den Moment wo ich einen Anruf bekam jemanden zu fotografieren, den ich noch nicht kannte und dann diese Zeit hatte mich zu Hause hinzusetzen und abzuwarten und nervös zu werden.

Ish Darr Ish Darr

Was sind für Dich die größten Herausforderungen bei Deiner Arbeit?

Momente nicht zu verpassen, man muss schon relativ aufmerksam sein, und das ich nicht alles vergesse. So dumm wie es klingt aber ich konzentriere mich während ich fotografiere so sehr, dass ich oft nicht mehr nachdenke und einfach mache. Mir fällt dann im nachhinein wenn ich die Bilder durchschaue immer ein: „Ach Mist, ich wollte ja noch …“ Aber darum mach ich auch viele dumme Sache während ich fotografiere. Das kann auch ganz gut helfen, zum Beispiel wenn man in den Townships in Südafrika eine Gang fotografiert, die komplett auf Drogen ist. Da ist es schon gut, dass man nicht nachdenkt was passieren könnte sondern voll im Moment ist.

Woher nimmst Du die Inspirationen für Deine Bilder?

Es gibt ein paar Fotografen und Blogs, die ich besuche. Heutzutage findet man aber auch geile Sachen auf Instagram. Dazu kommt die Musik und ganz klar mein Umfeld. So hab ich meine Strecke „Homicide Harlem“ (link: http://www.pascalkerouche.com/?portfolio=homicide-harlem) fotografiert nachdem ein Musiker und langjähriger Freund aus Harlems namens T. Parris mir einen Song mit gleichem Titel vorgespielt hat. Darauf bin ich in die Wagner Projects gegangen, mit dem Song im Kopf und habe das fotografiert und die Strecke nach dem Song benannt.

Homicide Harlem Homicide Harlem

Du kennst Dein Equipment also sehr gut. Mit welchen Kameras und welchen Objektiven arbeitest Du am liebsten?

Ich hab eigentlich immer meine Canon EOS 5D MK III dabei. Dazu hatte ich immer ein 35er 50er und 85er von Canon dabei, das 50er und 35er von Canon hab ich mittlerweile weggeworfen und laufe jetzt mit nem 24er, 35er und 50er aus der Art Serie von Sigma rum. Top Dinger, ein wenig schwerer aber viel schärfer und angenehmer als die von Canon. Dazu hab ich oft noch eine Fuji Instax 210 Polaroid Kamera dabei.

Wie lange hat es denn gedauert, bis Du an dem Punkt warst, an dem Du heute stehst?

Im April 2004 bin ich das erste mal nach New York geflogen, also kann man sagen von da an bis zum heutigen Tag. So lange hat es gedauert. Ich bin ja noch an keinem Punkt angekommen. Ich lerne ja immer noch jeden Tag dazu, struggle zwar nicht mehr meine Miete zu bezahlen, aber mach halt auch oft noch Jobs über die ich nicht spreche, die einfach nur dazu da sind um das Konto zu füllen.

Ich habe vor ein paar Jahren öfter drüber nachgedacht nicht mehr diese Musikschiene zu fahren und nur noch kommerziellen Kram zu machen. Finanziell gesehen ist das viel besser. Das habe ich glaube ich ganze 3 Monate durchgehalten. Es ist einfach ein Teil von mir, so dumm wie es sich anhört, aber ich hab ja nie irgendwas anderes gemacht.

E-40 E-40

Wie sehen denn die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Bild aus?

Kommt immer drauf an was es ist. Bei der Dokumentarschiene, die ich in letzter Zeit oft mache, wo ich einfach nur Menschen begleite und sie in ihrem Alltag fotografiere, mach ich nicht viel. Nach dem Fotografieren lade ich die Bilder in Capture One, mach dort meine Auswahl, entwickle einen Look für RAW Daten und das war es. Wenn ich auf Photoshop verzichten kann, tu ich das mittlerweile auch. Die Bilder leben ja auch von ganz anderen Elementen, eher von dem Gefühl das sie erzeugen oder den Vibe, die sie tragen. Bei vielen sitzt der Fokuspunkt auch falsch und sind unscharf oder sind mega körnig, aber das ist mir eigentlich egal.

Bei größeren Sachen geht das natürlich nicht, gerade wenn irgendwas in einem Studio oder so fotografiert wurde.

Musik spielt bei Dir und deiner Arbeit gefühlt eine große Rolle. Was bedeutet Musik, die Künstler, die Clubs und das Lifestyle für dich bzw. wäre Auswirkung hat sie auf dein Leben allgemein?

Ich zieh die meiste Energie und Inspiration aus der Musik. Ich freu mich unglaublich für junge Musiker wenn sie auf ihre erste Tour gehen, oder wenn Freunde von mir ihr Album rausbringen oder neue Songs haben. Wenn ich einen jungen Musiker entdecke auf den ich einfach unglaublich flash, dann schreib ich sie auch oft an und biete an sie zu supporten in Form von kostenlosen Fotos oder gebe Kontakte weiter. So wie ganz aktuell mit Ish Darr oder $erious Klein. Grossartige Jungs. Ich freu mich dann einfach wenn sie es irgendwann geschafft haben.

Das alles bedeutet natürlich vor allem, das ich keine festen Arbeitszeiten habe und oft bis spät Nachts unterwegs bin. Außerdem ist es mega schwierig mit mir irgendwas zu planen, weil dann doch immer irgendwas anderes kommt. Meine Freundin und mein Sohn leiden da schon drunter, wir fliegen am Mittwoch zwar in den Urlaub aber das ist seit vier Jahren das erste Mal. Meine Freundin supportet und vor allem versteht das aber auch alles vollkommen. Da hatte ich sehr sehr sehr viel Glück.

011 Gang members

Was hast Du in 2016 mit Dir selbst und Deiner Arbeit vor?

Ich würde gerne wieder mehr Zeit in Amerika verbringen, auch in New York, in den letzten Jahren war ich irgendwie immer überwiegend an der Westküste. Dann arbeite ich an der zweiten Reihe meiner Strecke „Almost Not Famous“, die möchte ich fertig stellen und Ausstellen. Gerne bis spätestens Sommer.

Außerdem habe ich im Jahr 2015 zwei Ausstellungen gehabt in denen ich Schnappschüsse aus meiner Zeit aus Amerika an die Wand projiziert habe und die Geschichten zu und hinter den Bildern erzählt habe. Also wirklich nur Schnappschüsse, viele davon unscharf oder verwackelt und technisch eine Katastrophe. Ich dachte immer das wäre unglaublich langweilig aber es gab unglaublich gutes Feedback bei beiden Veranstaltungen. Dazu hat es auch noch mega viel Spaß gemacht. Das würde ich gerne noch ein paar mal machen und arbeite auch an einem Buch mit dem ganzen Material, in dem dann die Geschichten auch aufgeschrieben wurden, davon lebt es ja hauptsächlich.

Abgesehen von dem Musikkram würde ich auch sehr gerne ein paar Strecken in Krisengebieten angelehnt an den arbeiten von Michel duCille fotografieren. So möchte ich unglaublich gerne nach Gaza, oder auch Syrien oder so. Ich würde gerne Geschichten der Menschen von dort erzählen.

Estikay Studio Estikay Studio

Links:

www.pascalkerouche.com
blog.pascalkerouche.com
http://instagram.com/mmpascal

Portrait Foto von mir von Daniel Obradovic – www.danielobradovic.com

Capetown 2 Capetown

Capetown Capetown

WE SOUND EVERYTHING von UPART

Gerade diesen Video Clip von UPART aus Hamburg über VIA Skateboards entdeckt – ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nichts über die Macher außer daß sie in jeden erdenklichen Gegenstand Lautsprecher einbauen. So entstehen – nach ihrer Aussage – Bluetoothfähige Boomboxen mit bis zu 10 Stunden Akkulaufzeit.

Sieht schon gut aus was sie in dem Video zeigen und noch dazu gibt es Skaten von der Flora Bowl in Hamburg!

WE SOUND EVERYTHING by UPART from Marius Sperlich on Vimeo.

NYCHOS – House Of X-Ray Video

Immer wieder zeige ich die Kunst von Nychos. Klar, sie ist einfach der Hammer. Er rastet auch kein bisschen hat in der Villa Alliv in Marseille ein weiteres wunderschönes Beispiel für seine besonderen Fähigkeiten gemalt. Das Video zeigt die Entstehung von House of X-Ray

painted a mural in Marseille at Villa-Alliv. The street artist still plays with the concept of transparency. However, it leaves his “cartoon dissection” style for a splendid xray effect. A new original direction that could be recurrent in his future work. To appreciate his technique and his mural, we propose you to watch this short video signed by Twotimes Production.

Nychos – Villa-Alliv x Backside Gallery – House of X-Ray from Frontside-Agency on Vimeo.

Dennis McNett x KREW RIGHTS REFUSED Kollektion 2015

Dennis McNett ist ein begnadeter Künstler, der unheimlich auf die Details in seinen Werken achtet. Er arbeitet viel mit Holz und Siebdruck und seine Werke wurden bereits in etlichen Museen und Gallerien ausgestellt. Noch dazu wird seine Arbeit oft bei verscheidenen Skateboard Brands verwendet.

In Herbst 2015 wird es eine Kollektion mit dem Namen „Rights Refused“ zwischen Dennis McNett und KR3W geben – da bin ich jetzt schon gespannt! Bis dahin zeigen wir euch einige ausgewählten Werke von ihm.

Und ich kann es nur empfehlen: schau in Ruhe seine Website an, wirklich unfassbare Kunstwerke sind dabei!

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Battlecade – der edele Retro-Videospielkoffer für zwei

Ab und zu packt es mich wieder und ich zocke eine Runde mit meinen Kumpels. Aber ich gestehe: ich finde die richtig alten Videospiele (Donkey Kong, Pacman, Centipede) einfach am Besten. Keine Tastenkombinationen und simple Abläufe. Und natürlich immer gegen einen Freund spielen damit man sich messen kann.

Das hat sich der Schwede Love Hultén wohl auch gedacht und hat dabei „Battlecade“ entworfen, ein portabler Videospielkoffer mit dem zwei Personen gleichzeitig spielen können. Leider ist es bis jetzt bei einem Entwurf geblieben – so einen Ding würde ich mir glatt holen!

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