Interview mit Rouven Hucke von Minimal Spieltrieb

Für mich ist es immer einfach schön wenn ich mich mit Gleichgesinnten über Sneaker, Streetwear, Kunst und andere schöne Sachen im Leben unterhalten bzw austauschen kann. Das gilt für Rouven Hucke von Minimal Spieltrieb und deshalb freue ich mich sehr über dieses Interview mit ihm.

Moin Rouven! Danke für deine Zeit. Und gleich zu den Fragen. Seit 2013 gibt es Minimal Spieltrieb ( http://www.minimalspieltrieb.de/ ) mit täglichen Posts über so ziemlich alles was auch wir bei Styledelmundo gut finden. Wie hat es mit Minimal Spieltrieb angefangen bzw woher kommt die Liebe zu den Themen, die gezeigt werden? Read more

Interview mit dem Fotografen Pascal Kerouche

Zufälle sind aus meiner Sicht dazu da, dass man sie nützt. Und genauso ist es mit diesem Interview mit Pascal Kerouche aus Hamburg passiert. Zufällig habe ich einige seiner exzellenten Bilder von Konzertauftritten in Hamburg gesehen und da habe ich seine Website angeschaut. Und viel mehr entdeckt als ich glaubte!

Die Fotografie und auch viele Zufälle haben es Pascal ermöglicht mit Weltstars wie Snoopy Doogy Dogg aka Snoop Lion, Kanye West

Snoop Doggy Dogg Snoop Doggy Dogg

Hi Pascal. Schön, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Fangen wir mal mit dem Wichtigsten an: Wer bist Du und was machst Du neben Deiner wunderbaren Fotografie?

Moin! Ich bin Pascal Kerouche, lebe in Hamburg, und neben meiner Fotografie mach ich eigentlich nicht viel außer, daß ich mich mit meinem Sohn beschäftige und Playstation spiele. Alles andere finde ich langweilig.

Wie bist Du überhaupt zur Fotografie gekommen und mit welcher Kamera hast Du angefangen?

Eigentlich wollte ich nie Fotograf werden, bzw. das stimmt nicht ganz, sagen wir ich habe nie nachgedacht über die Option Fotograf zu werden. Ich bin schon in jungen Jahren mit einer point and shoot Kamera auf Konzerten rumgelaufen und hab Analog Leute wie Michael Jackson, Nas oder Xzibit abgelichtet. Das war aber alles nur aus Spaß und hatte keinerlei Wert oder Bedeutung für mich. So richtig in die Fotografie gerutscht bin ich, als ich in New York war. Da bin ich eigentlich hingegangen um eine Doku über den Underground Hip Hop in New York zu drehen und das alltägliche Leben des MCs einzufangen. In der Zeit habe ich sehr viel gefilmt und ein wenig fotografiert. Irgendwann drehte sich der Fokus und ich hab sehr viel fotografiert und wenig gefilmt. Das war dann der Moment.

Damals hatte ich eine Canon 30D dabei, die mir ein Freund aus seinem Japan Urlaub mitgebracht hat.

Chuwee Chuwee

Dein Portfolio und gerade die Menschen, die Du bereits vor Deiner Kamera hattest, ist sehr beeindruckend. Wie ist z.B. die Verbindung zu Snoop Lion (aka Snoop Doggy Dogg) entstanden und wie ist es mit einen so bekannten Persönlichkeit zu arbeiten?

Vieles ist aus Zufall entstanden und aus dem Glück zur richtigen Zeit am richtigem Ort zu sein. Mit Dogg kam es zum Beispiel so, dass ich mich auf eine Lil Kim Party geschlichen hab. Er war auch da, ich bin dann einfach so mitgelaufen ohne viel nachzudenken. Irgendwann landest du dann auf ner Party in Doggs Hotelzimmer. Als ich dann abhauen wollte, musste ich ihm erst alle Fotos von dem Abend zeigen. Wir freundeten uns an und irgendwann hab ich dann mit ihm gelebt für eine Weile.

So war das immer. Ich hab Jobs bekommen, weil ich zu häufig im Strip Club war, weil ich ausversehen mit dem falschen Fahrstuhl gefahren bin oder weil ich aufs falsche Konzert gegangen bin. Wie bei Kanye West. Ich war in Vegas, Kanye und 50 Cent hatten beide ein Konzert, im gleichem Hotel aber in unterschiedlichen Clubs. Ich wollte die 50 Cent Show sehen und war zwar im richtigem Hotel aber im falschen Club. Kanye fand es ganz witzig und dann hab ich Kanyes Show für die MTV VMAs dokumentiert.

Wie es mit den Leuten ist zu arbeiten ist eine schwierige Frage, weil ich oft diesen Moment des Nachdenkens und Vorbereitens nicht hatte. Wenn wir bei den Beispielen Snoop bleiben, er war einfach da auf dieser Party, ich hab einfach mitgemacht und den Moment genutzt. Da geht es dann darum zu funktionieren. Es gab selten den Moment wo ich einen Anruf bekam jemanden zu fotografieren, den ich noch nicht kannte und dann diese Zeit hatte mich zu Hause hinzusetzen und abzuwarten und nervös zu werden.

Ish Darr Ish Darr

Was sind für Dich die größten Herausforderungen bei Deiner Arbeit?

Momente nicht zu verpassen, man muss schon relativ aufmerksam sein, und das ich nicht alles vergesse. So dumm wie es klingt aber ich konzentriere mich während ich fotografiere so sehr, dass ich oft nicht mehr nachdenke und einfach mache. Mir fällt dann im nachhinein wenn ich die Bilder durchschaue immer ein: „Ach Mist, ich wollte ja noch …“ Aber darum mach ich auch viele dumme Sache während ich fotografiere. Das kann auch ganz gut helfen, zum Beispiel wenn man in den Townships in Südafrika eine Gang fotografiert, die komplett auf Drogen ist. Da ist es schon gut, dass man nicht nachdenkt was passieren könnte sondern voll im Moment ist.

Woher nimmst Du die Inspirationen für Deine Bilder?

Es gibt ein paar Fotografen und Blogs, die ich besuche. Heutzutage findet man aber auch geile Sachen auf Instagram. Dazu kommt die Musik und ganz klar mein Umfeld. So hab ich meine Strecke „Homicide Harlem“ (link: http://www.pascalkerouche.com/?portfolio=homicide-harlem) fotografiert nachdem ein Musiker und langjähriger Freund aus Harlems namens T. Parris mir einen Song mit gleichem Titel vorgespielt hat. Darauf bin ich in die Wagner Projects gegangen, mit dem Song im Kopf und habe das fotografiert und die Strecke nach dem Song benannt.

Homicide Harlem Homicide Harlem

Du kennst Dein Equipment also sehr gut. Mit welchen Kameras und welchen Objektiven arbeitest Du am liebsten?

Ich hab eigentlich immer meine Canon EOS 5D MK III dabei. Dazu hatte ich immer ein 35er 50er und 85er von Canon dabei, das 50er und 35er von Canon hab ich mittlerweile weggeworfen und laufe jetzt mit nem 24er, 35er und 50er aus der Art Serie von Sigma rum. Top Dinger, ein wenig schwerer aber viel schärfer und angenehmer als die von Canon. Dazu hab ich oft noch eine Fuji Instax 210 Polaroid Kamera dabei.

Wie lange hat es denn gedauert, bis Du an dem Punkt warst, an dem Du heute stehst?

Im April 2004 bin ich das erste mal nach New York geflogen, also kann man sagen von da an bis zum heutigen Tag. So lange hat es gedauert. Ich bin ja noch an keinem Punkt angekommen. Ich lerne ja immer noch jeden Tag dazu, struggle zwar nicht mehr meine Miete zu bezahlen, aber mach halt auch oft noch Jobs über die ich nicht spreche, die einfach nur dazu da sind um das Konto zu füllen.

Ich habe vor ein paar Jahren öfter drüber nachgedacht nicht mehr diese Musikschiene zu fahren und nur noch kommerziellen Kram zu machen. Finanziell gesehen ist das viel besser. Das habe ich glaube ich ganze 3 Monate durchgehalten. Es ist einfach ein Teil von mir, so dumm wie es sich anhört, aber ich hab ja nie irgendwas anderes gemacht.

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Wie sehen denn die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Bild aus?

Kommt immer drauf an was es ist. Bei der Dokumentarschiene, die ich in letzter Zeit oft mache, wo ich einfach nur Menschen begleite und sie in ihrem Alltag fotografiere, mach ich nicht viel. Nach dem Fotografieren lade ich die Bilder in Capture One, mach dort meine Auswahl, entwickle einen Look für RAW Daten und das war es. Wenn ich auf Photoshop verzichten kann, tu ich das mittlerweile auch. Die Bilder leben ja auch von ganz anderen Elementen, eher von dem Gefühl das sie erzeugen oder den Vibe, die sie tragen. Bei vielen sitzt der Fokuspunkt auch falsch und sind unscharf oder sind mega körnig, aber das ist mir eigentlich egal.

Bei größeren Sachen geht das natürlich nicht, gerade wenn irgendwas in einem Studio oder so fotografiert wurde.

Musik spielt bei Dir und deiner Arbeit gefühlt eine große Rolle. Was bedeutet Musik, die Künstler, die Clubs und das Lifestyle für dich bzw. wäre Auswirkung hat sie auf dein Leben allgemein?

Ich zieh die meiste Energie und Inspiration aus der Musik. Ich freu mich unglaublich für junge Musiker wenn sie auf ihre erste Tour gehen, oder wenn Freunde von mir ihr Album rausbringen oder neue Songs haben. Wenn ich einen jungen Musiker entdecke auf den ich einfach unglaublich flash, dann schreib ich sie auch oft an und biete an sie zu supporten in Form von kostenlosen Fotos oder gebe Kontakte weiter. So wie ganz aktuell mit Ish Darr oder $erious Klein. Grossartige Jungs. Ich freu mich dann einfach wenn sie es irgendwann geschafft haben.

Das alles bedeutet natürlich vor allem, das ich keine festen Arbeitszeiten habe und oft bis spät Nachts unterwegs bin. Außerdem ist es mega schwierig mit mir irgendwas zu planen, weil dann doch immer irgendwas anderes kommt. Meine Freundin und mein Sohn leiden da schon drunter, wir fliegen am Mittwoch zwar in den Urlaub aber das ist seit vier Jahren das erste Mal. Meine Freundin supportet und vor allem versteht das aber auch alles vollkommen. Da hatte ich sehr sehr sehr viel Glück.

011 Gang members

Was hast Du in 2016 mit Dir selbst und Deiner Arbeit vor?

Ich würde gerne wieder mehr Zeit in Amerika verbringen, auch in New York, in den letzten Jahren war ich irgendwie immer überwiegend an der Westküste. Dann arbeite ich an der zweiten Reihe meiner Strecke „Almost Not Famous“, die möchte ich fertig stellen und Ausstellen. Gerne bis spätestens Sommer.

Außerdem habe ich im Jahr 2015 zwei Ausstellungen gehabt in denen ich Schnappschüsse aus meiner Zeit aus Amerika an die Wand projiziert habe und die Geschichten zu und hinter den Bildern erzählt habe. Also wirklich nur Schnappschüsse, viele davon unscharf oder verwackelt und technisch eine Katastrophe. Ich dachte immer das wäre unglaublich langweilig aber es gab unglaublich gutes Feedback bei beiden Veranstaltungen. Dazu hat es auch noch mega viel Spaß gemacht. Das würde ich gerne noch ein paar mal machen und arbeite auch an einem Buch mit dem ganzen Material, in dem dann die Geschichten auch aufgeschrieben wurden, davon lebt es ja hauptsächlich.

Abgesehen von dem Musikkram würde ich auch sehr gerne ein paar Strecken in Krisengebieten angelehnt an den arbeiten von Michel duCille fotografieren. So möchte ich unglaublich gerne nach Gaza, oder auch Syrien oder so. Ich würde gerne Geschichten der Menschen von dort erzählen.

Estikay Studio Estikay Studio

Links:

www.pascalkerouche.com
blog.pascalkerouche.com
http://instagram.com/mmpascal

Portrait Foto von mir von Daniel Obradovic – www.danielobradovic.com

Capetown 2 Capetown

Capetown Capetown

Interview mit Philip Hauberg von Sneaxs

2013 wurde das in Kiel ansässige Ladengeschäft „Sneaxs“ von Philip Hauberg und Knud Hansen eröffnet. Da ich und Styledelmundo den Erhalt und die Unterstützung für die stationären Sneaker & Steetwear Ladengeschäfte fördern, werden wir in den nächsten Momenten mit verschiedenen Inhabern sprechen um mehr über die täglichen Aufgaben, Schwierigkeiten und Freuden dieses Geschäfts zu erfahren.

Viel Spaß mit diesem Interview, besucht Sneaxs in der Holtenauer Str. 74 in Kiel wenn ich dort seid oder eben auch im Online Shop besuchen!

Wann fing die Idee von einem eigenen Ladengeschäft an und kannst Du uns schildern wie der gesamte Prozess vom Anfangskonzept bis zur Eröffnung des Ladens aussah?

Erst einmal möchte ich euch danken, dass ihr mir die Chance für diese Interview gebt. Sneaxs fing im Grunde genommen mit einem Onlinestore namens ilovesneakers.de an, den ich vor 6 Jahren gegründet habe. Vor 2 Jahren kam dann die Gelegenheit, zusammen mit meinem Geschäftspartner Knud Hansen Sneaxs in der Holtenauer Str. 74, in Kiel zu eröffnen.

Wir waren beide sofort von der Straße und dem Ladenlokal überzeugt, wollten den Laden aber nicht ilovesneakers nennen. Nach einigem überlegen haben wir uns für das Konzept „Sneaxs“ entschieden. Ilovesneakers.de läuft aktuell weiterhin als Multistore neben Sneaxs.

Sneaxs in Kiel

Wieviele Mitarbeiter hat Sneaxs und welche Aufgaben stehen täglich an – da steckt ja viel Arbeit drin um sowohl die tägliche Laufkundschaft als auch das Online-Geschäft zu bewältigen!

Wir sind aktuell 5 Mitarbeiter bei Sneaxs im Laden und unser Onlinegeschäft wird separat von 2 Leuten in einem eigenen Lagerraum / Büro absolviert.

Die Auswahl des Standsorts ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg jedes Ladengeschäfts. Da kommen noch Kriterien wie die Höhe der monatlichen Miete, Kaution, Versicherungen und mehr dazu. Was sind für Sneaxs die wichtisgten Faktoren für die Auswahl des Standorts in Kiel gewesen?

Für uns ist die Holtenauer Straße in Kiel perfekt, da wir umgeben sind von jungen Konzepten und Bars, ähnlich wie es im Schanzenviertel in Hamburg der Fall ist. Außerdem haben wir im direkten Umland ca. 30000 Leute, davon viele Studenten, die ca 5 min Gehweg zum Laden haben. Also relativ gute Voraussetzungen für dieses mutige Konzept.

Die Koordination der Bestellungen bei Sneaker Releases ist wichtige Aufgabe für jeden Sneakerladen. Die Schätzung des Verkaufs eines Sneakers, wie beliebt er sein wird, die Auswahl der anzubietenden Größen und wieviele Paar pro Grösse. Alles nicht unerhebliche Entscheidungen, die einen grossen Einfluss auf den Gewinn und Verlust des Geschäfts haben. Wie läuft das bei euch ab: bekommt man über die Jahre einfach ein Gefühl für die notwendigen Mengen/Grössen oder habt ihr ein festgelegtes Bestellprozess, den ihr einsetzt?

Wir planen natürlich „Mengen“ für unsere Order. Wobei es teilweise nicht so einfach ist die richtigen Farben/Modelle in den richtigen Stückzahlen zu treffen. Gerade online ist es schon öfters mal eine „Wundertüte“. Da gehen dann Modelle, die man nicht unbedingt so stark eingeschätzt hat. Außerdem spielt das Bauchgefühl in diesem Bereich eine große Rolle, zum Glück konnten wir uns bisher meistens darauf verlassen.

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Gab es bestimmte Ereignisse, die eine unerwartete positive Dynamik für Sneaxs entwickelt haben?

Klar, sowas passiert sehr oft. Wir sind natürlich genau wie alle anderen Shops auch von Bloggern/Instagram/Facebook Influencer abhängig. Wenn ein Shotout von einem Instagram Account mit vielen Usern gemacht wird, hat das extremen Einfuß auf die Umsätze und das Image des Ladens. Wir freuen uns über jeder Erwähnung, egal ob kleiner oder großer Blog.

Das Einkaufen im Internet ist einfach nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig ist die Haptik beim Einkaufen (also das tatsächliche Anschauen, Fühlen, Anprobieren vorort) ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für einen Sneaker. Wie wichtig ist das Onlinegeschäft für euch und was macht Sneaxs um für das Ladengeschäft Kunden zu behalten bzw neue Kunden zu gewinnen?

Für uns steht das Ladengeschäft im Hauptfokus! Wir sind kein reiner Onlinehänder und wollen es auch nicht werden. Wir versuchen über Social Media die Leute in den Laden zu bekommen. Ich denke, gerade bei Schuhen, ist die Passform nach wie vor ein entscheidendes Kriterium für den Kauf und das kann kein Onlineshop dieser Welt bieten.

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Welche Produkte und Marken stehen im Fokus bei Sneaxs? Gibt es besondere/limitierte Produkte, die nur ihr im Store anbietet?

Mit den großen Brands Nike und Adidas machen wir schon unsere Hauptumsätze, allerdings kommen gerade auch Marken wie Reebok, Asics und New Balance mit guten Kollektionen. Man darf also gespannt sein, wo die Reise hingeht.

Wir haben einen gute Accounts bei den meisten Brands, wollen aber in Zukunft natürlich noch höher bei den Lieferanten eingestuft werden, sodass wir für die Kieler und Schleswig Holsteiner auch richtig exklusive Produkte anbieten können. Das Ganze braucht aber Zeit und geht nicht von heute auf morgen.

Nenne uns drei Sneaker Releases in 2015, bei denen du gedacht hast: die muss ich haben! Und auf welche kommenden Releases freust du dich besonders?

– NIKE AIR MAX 90 QS “CAKE” ( Nicht für mich 😀 )
– Nike Air Max 90 “Cork Pack“
– Nike Huarache „City Pack“

Ich denke der NIKE WMNS AIR HUARACHE ULTRA wird noch mal ein Knaller dieses Jahr.

Wie sieht die weitere Entwicklung von Sneaxs für 2016 aus, habt ihr was Neues geplant?

Wir wollen weiterhin erstmal ein solides Business machen und hoffen das wir dementsprechend von den Brands mit guten Accounts belohnt werden.

Interview mit Thomas von Shirthunters.com

Seit Jahren lese ich immer wieder gern den Blog „Shirthunters.com“ von Thomas um über neue Brands oder eben auch bekannte Brands und ihre neuen Produkte zu erfahren. Soviel Arbeit und Hingabe verdient mehr Aufmerksamkeit, und so ist dieses Interview über Shirthunters.com entstanden.

Vielen Dank schon vorab an Thomas und wenn euch das Thema T-Shirts interessiert, geht keinen Weg an seine Website vorbei – klicke also rein um Shirthunters.com zu besuchen.

Bild oben von Christian Berg: https://instagram.com/christianbergphotography/

Wie ist die Idee mit Shirthunters.de überhaupt entstanden und wann?

Shirthunters.com 😉 Das erste Posting ging im Frühjahr 2009 live, also vor mehr als 6 Jahren. Die Idee für einen Shirtblog gab es aber schon länger. Angefangen hat alles mit einer Linkliste, die ich zunächst nur für mich angelegt hab – mit Links zu kleinen Labels und Shops, die ich gut fand. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass es doch ganz schön wäre, das bis dato gesammelte Wissen auch mit anderen zu teilen, die Bock auf Shirts und gutes Design haben. Die Liebe zu Shirts gab es aber schon deutlich früher, ich erinnere mich ganz besonders an ein Shirt, das ich 2000 in einem kleinen Skateshop gekauft hab – in meiner Erinnerung war es ziemlich teuer, um die 50USD, aber ich musste es unbedingt haben (heute hat es einen Ehrenplatz in 2D)

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Bloggen ist harte Arbeit, viele wissen das gar nicht. Wieviel Zeit steckst du in das Vorbereiten und Schreiben der Artikel, Pflege der Seite und den Austausch mit den Brands?

Endlich sagt es jemand 🙂 Das stimmt, wenn man versucht, halbwegs regelmäßig zu bloggen, kommt da einiges an Aufwand zusammen. Mein Blog ist ja immer noch ein (schönes) Hobby, daher blogge ich immer schön nach Feierabend – mindestens eine 3/4-1 h kommt da pro Abend schon zusammen – ich versuche, möglichst viele Infos zusammenzutragen und auch mal hier und da einen Querverweis einzubauen, wenn etwa ein Label popkulturelle Referenzen zitiert. Dazu kommen jeden Abend diverse Mails, die gelesen und beantwortet werden wollen (manchmal mit Verspätung – das tut mir wirklich jedes Mal sehr leid, liebe Labels!

Die „Auswahl“ an Streetwear / T-Shirt Brands ist riesig. Hast Du ein bestimmtes Vorgehen um neue Brands zu finden bzw um sie vorzustellen?

Mein Vorgehen hat sich im Laufe der Zeit ein bisschen gewandelt – stand in der Anfangszeit des Blogs tatsächlich das „Jagen“ (daher Shirthunters) im Vordergrund, so ist der Blog jetzt relativ gut etabliert und ich krieg mehr als genug Vorschläge und Zuschriften von Labels, um den Blog zu füllen. Gejagt wird aber nach wie vor – viel auf Facebook, bei zwei drei internationalen Blog-Kollegen, und natürlich auf den Facebook-Seiten der Labels selbst.

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Was sind Deine Lieblingsmarken und welche neue Brands haben Deiner Meinung nach eine gute Aussicht auf Erfolg?

Wenn ich jetzt 5 nenne, fallen mir morgen früh direkt 10 weitere ein, die ich vergessen habe! Aber, ganz spontan: Degree Clothing, weil sie schön innovativ sind (und außerdem ein Faultier-Shirt haben), Van Dalism mit ihren Brusttaschen-Shirts, die immer eine ganz besondere Story haben und MAMAMA aus Frankreich, die einen Knaller nach dem anderen bringen. Damien Walkens Clan Division gehört zu meinen Lieblingsshirts – beste DIY-Attitüde! Das Soixante Deux-Couple, das so viel Mühe und Arbeit in Verpackung und Shirts steckt ist auch weit oben auf der Liste. Oh, Kumpel SO SO YEAH finde ich heimlich super, auch seine Sachen enttäuschen eigentlich nie und ich mag seine unaufgeregte Art, neue Releases, die meist in Zusammenarbeit mit diversen Künstlern entstehen, ohne großes Tamtam rauszubringen. Aber wie gesagt, ich könnte noch ewig weitermachen – generell bin ich von jedem Label geflasht, bei dem man die Liebe zum Detail und der kleine Auflage merkt, und wirklich spürt, wieviel Schweiß und Arbeit ins Projekt gefloßen ist.

Aussicht auf Erfolg haben natürlich alle, die auf Shirthunters vertreten sind 😉 ich wünsche es ihnen allen, und leide manchmal auch mit, wenn mal ein Label doch schließt, obwohl die Designs und Shirts aus meiner Sicht super waren. Generell hat man aber ganz gute Karten, wenn man ein Konzept hat, eine Linie, die man verfolgt, (und nicht etwa wahllos Motive zusammenstückelt) – eine saubere Webseite und ein übersichtlicher, nutzerfreundlicher Shop helfen auch. Was offenbar auch gut funktioniert, ist, wenn man aufsteigende Musiker als Supporter gewinnt, das gibt natürlich eine gutes Social Media-Echo.

Gibt es aus deiner Erfahrung besondere Entwicklungen in dem Herstellungsprozess- bzw in den Designs, die Du über die letzten Jahre beobachten konntest?

Ich finde es auch nach 6 Jahren immer wieder spannend zu beobachten, wie Trends kommen (und auch wieder gehen) – Batik und Dip-Dye-Shirts waren so ein Trend und natürlich überlange Shirts im Longcut, die dann in einer zweiten Stufe auch noch mit Reißverschlüssen an der Seite versehen wurden – solche Trends poppen zunächst vereinzelt auf und man kann dann richtig dabei zusehen, wie sie von diversen Labels dann übernommen werden.

Eine Zeitlang gab es auch ziemlich viele Pocket-Shirts, T-Shirts mit Brusttaschen – und auch wenn die Taschen ja eigentlich keinen wirklichen Nutzen haben, fand ich sie meist sehr cool. Ansonsten beobachte ich, dass mehr und mehr Labels auf fair hergestellte Stoffe setzen, die gerne auch aus Biobaumwolle sein können (was für mich immer ein Extralob wert ist) – das also generell das Bewusstsein dafür, woher unsere Klamotten kommen und wie sie hergestellt werden ganz langsam wächst. Bis zum Mainstream ist es aber noch ein langer Weg 🙂

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Wie siehst du die Entwicklung in Sachen Bio-Ware und ökologische Herstellung bei  aufstrebenden Brands – ist das ein Muss oder kann man noch mit guten Designs überzeugen?

Wie eben schon erwähnt – ein Muss ist es nicht, ich denke auch, dass ein Großteil der Käufer zunächst auf das Design schaut, dann auf den Preis und mit einem dritten Blick erst danach schaut, ob es Biobaumwolle ist, die eventuell auch noch ein Fair Wear-Label trägt. Diverse Label (die auch mehr werden) zeigen aber ja, dass immer mehr Wert auf nachhaltige Stoffe gesetzt wird – sicherlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Katastrophen wie Rana Plaza.

Wie sieht es mit Shirthunters in 2016 und weiter – bleibst Du bei T-Shirts oder können wir uns auf neue Kategorien und produkte freuen?

T-Shirts werden natürlich weiterhin die Hauptrolle spielen – sonst müsste ich den Blog ja umbenennen, aber ich werde wie gehabt bzw verstärkt, links und rechts des Shirt-Tellers schauen, und sicherlich ab und zu Schuhe oder Uhren präsentieren – und wenn es passende Gadgets gibt, werden auch diese ihren Platz finden. Ich probiere aber immer wieder auch neue Kategorien aus – zu Crowdfunding wollte ich mehr machen, schließlich entdecken immer mehr Labels diese Art der Finanzierung für sich. Und last but not least wollte ich endlich auch mal eine erste Shirthunters-Kollektion rausbringen – da ich aber nicht zeichnen kann und ich sehr anspruchsvoll bin, was den Künstler angeht, mit dem mein erstes Shirt released werden soll, ist die Suche nach dem passenden Design noch nicht abgeschlossen…

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Interview & Vorstellung von LANGBRETT

Vor Kurzem hat im Hamburger Karoviertel das (bundesweit gesehen) vierte Ladengeschäft von LANGBRETT aufgemacht. Ich habe es an einem frühen Sonntag morgen eher zufällig entdeckt, direkt vor der Eröffnung. Mich hat die Kombination aus Skateboards, Surfbrettern und einer sehr ansprechenden Inneneinrichtung angesprochen. Nach ein Paar Emails haben ich mich mit Alex und Oliver von LANGBRETT getroffen um über die Entstehung und Ideen hinter LANGBRETT zu sprechen.

Langbrett ist für uns eine wunderbare Symbiose verschiedenster Lifestyles – Surfen, Skaten, Natur und Gemeinschaft. Wie ist diese Verbindung und die Marke „Langbrett“ überhaupt entstanden?

LANGBRETT ist aus einer Gruppe von Surfern entstanden, die nach einem Weg gesucht hat, ihre Erlebnisse in der Natur zu teilen und verantwortungsvoll zu konsumieren. Daraus hat sich der LANGBRETT-Klub entwickelt.

Niemand wollte sich mit den lauten, schrillen Klischees der Surfkultur identifizieren. Aber alle hatten den Wunsch weniger, dafür besser zu konsumieren. Wir haben also begonnen eigene, langlebige, verantwortungsvoll und lokal produzierte Surf-, Skate- und Outdoorprodukte zu produzieren.

Gemeinschaft und Erlebnisse in der Natur sind nach wie vor das, was LANGBRETT ausmacht: Über den Klub organisieren wir regelmäßige Treffen, veranstalten Ausstellungen, Filmabende, Nähevents, Plastiksammelaktionen, Surfreisen und gemeinsame Ausflüge in die Natur. Wir diskutieren bei diesen Treffen auch zukünftige Projekte und wurden zum Beispiel bestärkt, eine Skateschule für Kinder zu starten.

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Wie kam die Idee, ein Laden-Geschäft zu eröffnen?

LANGBRETT startete als Einzelhandel, damals noch unter dem Namen Kwik Shop in Berlin, den Oliver und seine Frau Annette geführt haben. Mit dem Klub geht es ja gerade um das ‚sich Treffen’. Online ist dafür nur bedingt geeignet. Dafür brauchen wir Läden in den Städten. Um uns auf die Entwicklung neuer Produkte zu fokussieren und den Klub weiter aufzubauen, haben wir die Läden zum Teil an Klubmitglieder und an Mitglieder des Gründungsteams abgegeben.

Aktuell habt ihr gerade den vierten Laden in Hamburg eröffnet, die anderen sind in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt zu finden, das Konzept scheint aufzugehen. Wieso habt ihr euch gerade für diese Standorte entschieden?

Hinter unserer Standortwahl steckt keine ausgeklügelte Strategie. Die Entscheidung wird maßgeblich von den Leuten beeinflusst, die mit uns was aufbauen wollen. Für den Hamburger Laden haben wir mit Malte und Tim zwei Surf- und Outdoorprofis gefunden, mit denen wir schon seit Jahren zusammenarbeiten.

Ihr habt auch eine eigene Kollektion aus fairer Produktion, dabei verwendet ihr Bio-Baumwolle und keine chemischen Zusätze.

Stimmt. Wir wollen aber aber mehr als nur das: Unsere Skateboards werden aus heimischen Hölzern im Erzgebirge und neuerdings auch in Altona handgefertigt. Unsere Sweater und T-Shirts werden in Deutschland und Portugal produziert. Für unsere Schuhkollektion verwenden wir Naturkautschuk, Bio-Baumwolle, recyceln alte Bestände aus DDR-Militärzelten, Autoreifen und Korken. Wir haben zertifizierte, vegane Schuhe im Sortiment und das Leder unserer Schuhe wird chromfrei in einer Anlage mit geschlossenem Wasserkreislauf bearbeitet.

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Nach welchen Kriterien sucht und findet ihr die entsprechenden Produktionsstätten und was tut ihr, um die Qualität der Langbrett-Produkte auch nachhaltig zu gewährleisten?

Wir wollen uns nicht auf Zertifikate verlassen, sondern haben den Anspruch unsere Lieferkette samt Sublieferanten zu kennen. Wir suchen Produzenten mit einem Arbeitsklima, in dem wir uns vorstellen könnten selber zu arbeiten. Das ist unser Hauptkriterium. Unsere Schuhe werden z.B. in einer Manufaktur in Portugal produziert, in der die Mitarbeiter im Krankheitsfall abgesichert sind, geregelte Arbeitszeiten haben und übertariflich bezahlt werden. Das ist zwar teurer, sichert aber auch die Qualität. Es gibt zum Glück immer mehr Menschen, die weniger aber dafür besser konsumieren möchten.

Sehr interessant für unsere Leser ist die Langbrett Schuhkollektion, die eine Entwicklung der Langbrett Gemeinschaft ist. Wie können wir uns den Entwicklungsprozess vorstellen und was sind aus eurer Sicht dabei die schwierigsten Schritte?

Wir haben bei einem der Klubtreffen im Düsseldorfer Laden die Idee eines Schuhs in die Runde geworfen: Dass es der grünste Schuh sein soll den es gibt und der 100% skatetauglich sein muss, darauf konnten sich alle schnell einigen. Schwieriger auf einen Nenner zu kommen, wurde es bei Form und Material. Deshalb ist es auch eine ganze Kollektion geworden und nicht nur ein Schuh. Im Verlauf der Herstellung haben wir die ersten Designs, Materialproben und Prototypen mit den Klubmitgliedern diskutiert. Das lustige: da einer der Produzenten nicht weit weg ist von den Surfstränden in Portugal, haben Klubmitglieder, die sowieso mit dem Wohnmobil auf dem Weg nach Portugal waren, unsere Materialen mitgenommen. Aber der schwierigste Schritt ist sicher: das Risiko einzugehen und das Machen. Nicht nur darüber reden. Es dauert ein bisschen, bis alles perfekt passt.

Langbrett - Sneaker

Ihr produziert auch eigene Skateboards (siehe https://www.langbrett.com/strasse/ein-langbrett-entsteht/ und https://www.langbrett.com/film/the-journey/), die aus unserer Sicht optisch und qualitativ jenseits der Massenproduktion liegen. Wer stellt die Decks her?

Damals gab es nur Flashy-Disco-Design Longboards auf dem Markt, die schon nach wenigen Wochen Gebrauch in die Knie gingen. Anstelle der angepriesenen Elastizität fand sich jeder Käufer eines Longboards schon bald auf einem Stapel wabbelnder Furnierschichten wieder. Da wir das Surf-Gefühl auf die Straße holen wollten, waren wir auf der Suche nach elastischem, leistungsfähigem Material zum Bau von gutmütigen Cruisern. Genau wie andere Surf- und Straßen-Longboarder haben wir in den ersten zwei Jahre mit Kohlefaser, Glasfaser und diversen Leimtechniken experimentiert. Irgendwann wollten wir aber nicht mehr anbieten, was andere gleich, oder sogar wesentlich besser konnten. Z.B. Pavel im Rheinland, der technisch nicht zu übertreffen ist.

Langbrett - Skateboards

Unsere Überzeugung und unser Herzblut stecken in unseren flachen und dauerhaft elastischen Brettern aus massiven Eschenholzleisten. Die werden entsprechend des Körpergewichtes in verschiedenen Dicken hergestellt und bleiben auch nach tausenden Kilometern noch elastisch. Die Leimtechnik ist mit der Herstellung von Hochleistungssportbögen vergleichbar, die aus dem gleichen Material hergestellt werden. Wer diese Bretter gut behandelt, hat ein Longboard fürs Leben. Produziert werden unsere Decks von einem Tischler im Erzgebrige. Und seit neustem auch auch mitten in Hamburg.

Wenn wir schon dabei sind – ihr produziert auch Surfbretter! Die sehen zwar ähnlich aus wie ein Skateboard, sind doch aber von der Konstruktion her ganz anders. Hier bietet ihr für Interessierte Brettbau-Workshops an – was kann man in einem solchen Workshop lernen und wo kann man sich anmelden?

Der Bau eines individuellen Surfbrettes gehört unserer Überzeugung nach zum Werdegang eines Surfers. Erst wenn ich verstehe, welche Form meine Erfahrung beim Surfen positiv beeinflusst, kann ich mir meine Sportgeräte passend kaufen, bzw. bauen und für jede Bedingung bewusst auswählen. Shapen kann im Grunde jeder, auch vollkommen ohne handwerkliche Vorkenntnisse. Ein Shape-Kurs ist ein gutes Erlebnis und ein Schritt, der das Bewusstsein für den Sport erweitert.
Wir organisieren mit verschiedenen Boardbauern regelmäßig Boardbaukurse und unterstützen, z.B. bei der Wahl der Brettlänge und der richtigen Finne. Anmelden kann sich gerne jeder auf unserer Webseite, oder in den Läden. Auf unserer Web- und Facebookseite informieren wir auch über Ort und aktuelle Termine.

Langbrett - Surfen

Neben dem Business gehören offensichtlich Surfen, Skaten, der Lifestyle und die Zeit in der Natur eindeutig zum Motto von Langbrett. Wo seid ihr am Liebsten wenn ihr einfach für ein paar Wochen alles liegen lassen und entspannen möchtet?

Es müssen nicht immer gleich Wochen sein. Der Berlin-Usedom Radfernweg, oder der hessische Vulkanradweg sind ideal zum Longboarden (https://www.langbrett.com/klub/klub_vulkanradweg/). Der Spreewald vor den Toren Berlins bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Paddeln. Die Zivilisation scheint dort so weit weg zu sein wie im Urwald Perus. Einziger Unterschied: Abends kann man – wenn man das denn will – wieder zu Hause sein. So holen wir uns das Naturereignis in den Alltag.

In der heutigen Zeit kann zwar jeder einen Beitrag dazu leisten die Natur nicht unnötig zu belasten, trotzdem ist doch in vielen Köpfen noch lange nicht angekommen, wie sehr unsere Weg-Werf-Gesellschaft Schaden anrichtet. Wie empfindet ihr die Entwicklung und die Einstellung gegenüber dem Menschen zur Natur? Ist da bereits ein deutlicher Einschlag zu merken, oder ist das ein Thema, das eher noch in der Minderheit der Köpfe präsent ist?

In der Gesellschaft wird ökologisches Denken und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit immer präsenter, spiegelt sich jedoch leider nicht immer im Konsumverhalten. Auch von Seiten der Politik passiert etwas: Ab 2018 verbietet die EU kostenlose Plastiktüten, zudem wird dann der Verbrauch pro Bürger rationiert. Aber bei einem jährlichen Verbrauch von 100 Milliarden Plastiktüten in der EU und einer Langlebigkeit von Plastik von rund 450 Jahren sind das vergleichsweise kleine Schritte.

Langbrett - Beanies

Umso wichtiger ist es, dass es sinnvolle Angebote für Verbraucher gibt, die weiter gehen und nachhaltiges Einkaufsverhalten ermöglichen. Uns und unseren Kunden sind Herkunft und Herstellungsprozess der Produkte extrem wichtig. Minimaler Energie- und Materialaufwand und ein höchst möglicher Recycling-Anteil sind Aspekte, die unsere Kunden erwarten. In unseren Läden werden unsere Mitarbeiter häufig dazu befragt. Mit unserer Kommunikation versuchen wir, das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit zu stärken.

Zurück zum Skateboarding – in Düsseldorf habt ihr bereits Skatekurse etabliert und für die anderen Standorte sind für 2016 weitere Kurse geplant. Wie wir finden, eine tolle Idee – wen konntet ihr als Coaches „gewinnen“ und wie sind die Kurse aufgebaut?

Der Wunsch einer Skateschule kam wieder von Klubmitgliedern aus Düsseldorf. Mit unserem Skateexperten Niklas Krah, der seit Jahren sehr erfolgreich ist, mit seinen Freunden Noel und Lukas konzipieren wir die Kurse. Alle skaten seit 12 Jahren und sind pädagogisch geschult.

Ziel der Kurse ist es, den Spaß am Skaten zu fördern und über Erfolgserlebnisse die Grundlagen zu lernen. Wenn die Teilnehmer in der Lage sind sich ohne uns im Park, oder auf der Straße zum Skaten zu verabreden, ist unser Job getan. Für den Winter haben wir in Düsseldorf jetzt ein leerstehendes Einkaufszentrum angemietet, damit wir auch bei Schnee und Eis weitermachen können.

Skateboarding

2016 steht schon vor der Tür – was habt ihr mit Langbrett in Sachen Produkte, Standorte und Weiterentwicklung vor? Gibt es schon etwas, das verraten werden darf?

Die Skateschule für Kinder wurde in Düsseldorf sehr gut angenommen. Wir wollen das Konzept auf die anderen Standorte ausweiten. Auch wegen des Erfolgs unserer veganen Schuhe experimentieren wir mit alternativen Materialien, um mittelfristig ganz auf Leder verzichten zu können. Außerdem sind wir dabei – in Kooperation mit einem Taschenhersteller – LANGBRETT-Rucksäcke zu entwickeln und arbeiten an einer Marktneuheit für Longboards.

Vielen Dank an Alex und Oliver für das Interview! Wer mehr von diesem besonderen Laden auch im Netz sehen möchte, hier geht es zum LANGBRETT Online Shop.